Perseus & Asklepios — Mitoraj
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Die mythologischen Figuren Mitorajs — Perseus, Asklepios, Medusa — illustrieren seine Faszination für griechische und römische Archetypen. Diese in patinierter Bronze gegossenen Werke verbinden antike Größe mit moderner fragmentierter Sensibilität.
Über die Torsoserie von 1988
Im Jahr 1988 schuf Mitoraj eine Gruppe abgeschnittener männlicher Torsos in den Pietrasanta-Gießereien — in Zusammenarbeit mit der Fonderia Mariani und verwandten toskanischen Bronzegießern — die seine kommerziell erfolgreichsten Editionen werden sollten. Die beiden bedeutendsten sind Persée und Asclépios: Pendants, die dasselbe formale Vokabular der Abschneidung, des klassischen Bezugs und der rechteckigen Brustöffnung teilen, die sich als strukturelles Leitmotiv durch Mitorajs gesamtes Werk zieht. Beide wurden 1988 konzipiert und erstmals gegossen und sind seit Mitte der 1990er Jahre kontinuierlich auf europäischen Auktionen vertreten. Jedes Stück ist auf einem Travertinsockel montiert — eine bewusste Materialwahl des Künstlers, da Travertin der Stein des Kolosseums und der antiken Welt ist, die sich körperlich manifestiert.
Persée (Perseus) — 1988
Abmessungen (Skulptur allein): Höhe ca. 38 cm · Breite ca. 28 cm · Tiefe ca. 14 cm
Abmessungen (mit Sockel): Gesamthöhe ca. 48–50 cm · Sockel ca. 25 × 18 × 10 cm
Gewicht: ca. 6–8 kg (nur Bronze); 11–14 kg mit Travertinsockel
Perseus trägt eine rechteckige Aussparung am linken Brustmuskel, die den Torso durchdringt. Der Torso ist am Hals und am Becken abgeschnitten; die Arme sind an den Schultern gestutzt. Die Oberfläche zeigt entweder eine grüne Oxidpatina (Standardausführung) oder eine warme braune Patina (weniger verbreitet, beide authentisch). Die Signatur MITORAJ ist vorne unten rechts eingraviert; die Editionsnummer (z.B. 478/1000 oder HC 12/30) ist auf der Unterseite hinten gestempelt oder eingraviert. HC-Exemplare (hors commerce), nummeriert bis 30, wurden zusammen mit der Hauptauflage produziert und gelten als gleichwertig begehrt.
Persée ist u.a. bei Hampel (München), Aguttes (Paris), Millon (Paris), Desa Unicum (Warschau) und Kinsky (Wien) erschienen. Typischer Auktionsbereich für saubere Exemplare mit Originalsockel: € 2.500–5.500. Braune Patina-Exemplare erzielen gelegentlich einen kleinen Aufschlag.
Asclépios (Asklepios) — 1988
Abmessungen (Skulptur allein): Höhe ca. 38 cm · Breite ca. 28 cm · Tiefe ca. 14 cm
Abmessungen (mit Sockel): Gesamthöhe ca. 48–50 cm · Sockel ca. 25 × 18 × 10 cm
Gewicht: ca. 6–8 kg (nur Bronze); 11–14 kg mit Sockel
Asklepios ist das Pendant zu Persée: Die rechteckige Brustöffnung liegt mittig und leicht tiefer als bei Persée und bezieht sich direkt auf das Herz. Die medizinische Symbolik ist beabsichtigt — Asklepios ist der Heilgott, dessen Stab mit Schlange das internationale Symbol der Medizin ist. Einige Exemplare erhielten anstelle von Travertin einen weißen Steinsockel (Marmor oder Kalkstein); diese sind gleichermaßen original. Signatur und Editionsmarkierungen folgen derselben Konvention wie bei Persée. Braune Patina-Exemplare von Asklepios sind marginal seltener als die entsprechenden Persée-Varianten.
Bei Auktionen ist Asklepios etwas seltener anzutreffen als Persée; wenn vollständige Exemplare erscheinen, erzielen sie vergleichbare oder leicht niedrigere Preise. Typischer Bereich: € 2.000–5.000 mit Originalsockel.
Namen in anderen Sprachen
Beide Werke werden je nach Verkaufsland unter verschiedenen Namensvarianten gehandelt und dokumentiert:
- Persée (Französisch, am häufigsten in Auktionskatalogen) · Perseus (Englisch, Deutsch, Niederländisch, Polnisch, Skandinavisch) · Perseo (Italienisch, Spanisch)
- Asclépios (Französisch) · Asclepius (Englisch) · Asklepios (Deutsch, Griechisch) · Asclepio (Italienisch, Spanisch) · Eskulap (Polnisch) · Asklepios (Skandinavisch)
Bei der Recherche in Auktionsdatenbanken empfiehlt es sich, alle Varianten abzufragen — Kataloge deutscher und polnischer Häuser verwenden oft die latinisierte oder volkssprachliche Form statt des Französischen. Die Werke erscheinen in älteren französischen Katalogen gelegentlich auch unter der übergeordneten Bezeichnung Torso oder Torso masculin.
Auflagenstruktur und Authentifizierung
Sowohl Persée als auch Asclépios wurden in einer Hauptauflage von 1000 plus 30 HC (hors commerce)-Exemplaren produziert. Die Editionsnummer befindet sich typischerweise auf der hinteren Unterseite der Bronze, eingraviert oder gestempelt: Format NNN/1000 für die Hauptauflage oder HC NN/30 für hors-commerce-Exemplare. Die Signatur des Künstlers MITORAJ erscheint vorne unten rechts an der Skulptur, mit unterschiedlicher Tiefe je nach Gusscharge.
Der Gießereistempel — typischerweise Fonderia Mariani Pietrasanta oder ähnliche Varianten — sollte auf der Rückseite oder am Sockel vorhanden sein. Sein Fehlen ist bei früheren Abgüssen nicht zwingend disqualifizierend, sein Vorhandensein jedoch ein positives Authentifizierungsmerkmal. Artcurial, die die primäre kommerzielle Beziehung zu Mitoraj in Frankreich hatte, verfügt über Aufzeichnungen zu vielen Editionsbronzen und kann auf Anfrage bei der Provenienzverifizierung helfen.
Es sind keine bekannten autorisierten Neuauflagen von Persée oder Asclépios bekannt. Werke, die als spätere Güsse präsentiert werden oder keine Gießereistempel tragen, sollten mit Vorsicht behandelt werden, sofern keine solide Dokumentation vorliegt.
Aus der Sammlung — Fotografien
Die folgenden Fotografien zeigen Exemplare von Persée und Asclépios aus der Sammlung — sowohl die Standard-Grünpatina-Variante als auch die seltenere Braunpatina-Version sowie ein Detailbild der Brustöffnung.

Ed. 1000 · 38 cm · warm brown patina
1988 · Ed. 1000 · 38 × 28 × 14 cm

Three Persée bronzes · Ed. 1000

1988 · second angle
Additional Collection Views










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Über Diese Sammlung
Diese Website dokumentiert die Suche eines Privatsammlers nach Werken von Igor Mitoraj (1944–2014) — dem polnisch-französischen Bildhauer, der für seine gebrochenen klassischen Figuren in Bronze und Marmor bekannt ist. Mitoraj studierte in Krakau unter Tadeusz Kantor, bildete sich in Paris an der École nationale supérieure des beaux-arts weiter und eröffnete 1983 sein festes Atelier in Pietrasanta, Toskana. Seine Werke befinden sich in öffentlichen Sammlungen in ganz Europa und Amerika. Sein Auktionsrekord — 6,89 Millionen Euro für einen monumentalen Tindaro Screpolato bei Sotheby's Paris 2019 — stellt ihn unter die meistgesuchten europäischen Nachkriegsbildhauer.
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