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Visage Voilé — Igor Mitoraj, gilded bronze doré veiled face, signed, private collection
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Mitoraj — Visage Voilé

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Visage Voilé — das verschleierte Gesicht — gehört zu Mitorajs rätselhaftesten Sujets. Der gesamte Kopf ist in Lagen von drapiertem Stoff gehüllt, die alle Gesichtszüge vollständig verbergen: keine Augen, keine Nase, kein Mund sichtbar unter den Falten. Die Oberfläche ist in vergoldetem Bronze gearbeitet, die warme Goldpatina kontrastiert mit einem dunklen Marmorsockel.

Igor Mitoraj Visage Voilé bronze doré

Visage Voilé

Vergoldete Bronze · Marmorsockel · Sammleredition · Signiert Mitoraj

Die Technik des Verschleierns hat antike Vorbilder: Griechische und römische Bildhauer stellten verschleierte Figuren in Marmor dar. Mitorajs Version in vergoldeter Bronze hebt die Tradition in ein anderes Register: Die Goldoberfläche suggeriert Heiligkeit oder Kostbarkeit, während das vollständige Verhüllen jede Identität verneint. Der Marmorsockel erhebt das Stück in ein reliquiarartiges Format.

Der Schleier macht das Gesicht präsenter, nicht weniger präsent. Verhüllung war für Mitoraj nie Abwesenheit — sie war Intensivierung.

Die Vergoldete Bronze

Die Goldpatina unterscheidet diese Version von Mitorajs gebräuchlicheren warm-braunen oder grünlichen Bronzefinishes. Vergoldung in der zeitgenössischen Skulptur signalisiert typischerweise eine Erhöhung — das Werk außerhalb des gewöhnlichen Registers der Gießereiproduktion gestellt. In Mitorajs Händen verweist das Gold auch auf die Antike: griechische und etruskische Votivobjekte, Reliquiare, vergoldete römische Büsten. Das Visage Voilé in dieser Form steht an der Schnittstelle von zeitgenössischer Sammlerbronze und sakralem Objekt.

Ihren Visage Voilé Identifizieren

Die zwei häufigsten Varianten auf dem Markt — Visage Voilé und Visage Envoilé — unterscheiden sich durch Patina und Format. Das Visage Voilé ist die kleinere Tischauflage, in warmem vergoldeten Bronze ausgeführt: Das Gold ist in die Oberfläche des Gusses eingearbeitet und nicht nachträglich aufgetragen, was eine gleichmäßige, warme Tiefe ergibt. Das Visage Envoilé ist die größere Variante mit einer silbergrau patinierten Oberfläche, die der drapierten Oberfläche einen kühleren, asketischeren Charakter verleiht.

Die Präsentation ist entscheidend: Authentische kleine Auflagen des Visage Voilé wurden in originalen Präsentationsboxen geliefert — typischerweise ein dunkelgewebtes, ausgekleidetes Etui mit einem Mitoraj/Artcurial- oder Pietrasanta-Atelier-Etikett im Deckelinnern. Die Box ist nicht nur Verpackung; sie ist Teil des Auflagenformats und beeinflusst den Wert erheblich. Ein Werk, das seine Box und Innenverpackung behält, ist nachweislich seit der Ausgabe unberührt.

Die Schleiertextur ist die diagnostische Oberfläche: Authentische Güsse zeigen feine, gleichmäßige Gewebedetails über dem drapierten Stoff — die Bronze nimmt den Charakter echter Webware an. Die Mitoraj-Signatur ist am Sockel eingravert, typischerweise MITORAJ in Großbuchstaben, mit der Auflagennummer auf der Rückseite (z. B. 47/250).

Für die silberpatinierte Variante mit engem horizontalem Wickel, siehe Visage Envoilé →

Diese Spannen spiegeln Privatverkaufs- und Auktionsergebnisse für Standardauflagen in gutem Zustand wider. Stücke mit Atelier-Mitoraj-Zertifikat, dokumentierter Auktionsprovenienz (Sotheby's, Artcurial, Desa Unicum) oder ungewöhnlich starker Patinaerhaltung erreichen das obere Ende. Formatvarianten außerhalb der Standardauflagenmaße sollten einzeln bewertet werden.

Das Schleiermotiv in Mitorajs Werk

Das Verschleiern — der Akt, einem Gesicht Stoff zu drapieren — gehört zu den beharrlichsten Gesten in Mitorajs gesamtem Werk. Von den frühesten Artcurial-Editionen der späten 1970er Jahre bis zu seinem letzten Jahrzehnt öffentlicher Aufträge kehrt das bedeckte, verhüllte und verdeckte Gesicht als sein zentrales Thema wieder. Jedes Werk innerhalb dieser Familie schlägt ein anderes Register der Verbergung vor, aber alle teilen dieselbe grundlegende Frage: Was bleibt, wenn die Identität verborgen ist?

Die Tête Secrète (1978) ist das grundlegende Werk dieser Linie: ein polierter Bronzekopf, vollständig in Bandagen gehüllt, das Gesicht unter engem horizontalem Wickel verschwunden. Der Titel — das Geheime Haupt — macht das Paradoxon explizit. Das Visage Voilé verfolgt einen anderen Ansatz: Wo die bandagierten Werke archäologisch wirken (das einbalsamierte Gesicht, das entombbte), ist das vergoldete Visage Voilé liturgisch — das sakrale Objekt für die Zeremonie verschleiert, das Reliquiar vor der Enthüllung drapiert. Beide Werke verbergen; das Register der Verbergung ist vollständig verschieden.

Die verschleierte Figurtradition hat antike Vorläufer, die Mitoraj intim kannte. Römische und hellenistische Bildhauer stellten verschleierte Figuren in Marmor dar als Demonstrationen technischer Meisterschaft und als Meditationen über Bescheidenheit, Trauer und das Heilige. Mitoraj konkurriert technisch nicht mit diesen Vorläufern; er übersetzt sie in Bronze und kehrt die emotionale Ladung um. Seine verschleierten Figuren sind keine Virtuositätsdemonstrationen; sie sind Übungen im Zurückhalten. Der Schleier macht in Mitorajs Händen das Gesicht präsenter, nicht weniger präsent.

Formate und Verfügbare Auflagen

Die Visage Voilé-Familie umfasst eine breite Palette von Formaten, von kleinen Tischeditionen bis hin zu großen Atelierwerken. Das häufigste Format auf dem Sekundärmarkt ist die vergoldete Standardtischedition mit ca. 18 × 12 × 12 cm, in der Regel mit einem dunklen Marmorsockel und einer Originalverpackungsbox geliefert. Größere Formate — bis zu 60 cm — sind deutlich seltener und wurden in wesentlich kleineren Auflagen mit direkter Atelierzertifizierung hergestellt.

Die Namenskonventionen variieren je nach Markt: Französische Sammler kennen die Standardedition als Visage Voilé, auf dem italienischen Markt können Stücke die Bezeichnung Testa Velata tragen, und die Silberpatina-Variante kursiert unter den Namen Visage Envoilé und Visage Bandé. Diese Unterschiede sind wichtig für die Identifizierung, spiegeln jedoch keine Qualitätsunterschiede wider — alle stammen aus derselben Atelierproduktion, die Mitoraj und seine Gießereipartner in Pietrasanta überwachten.

Auflagen-Referenztabelle — Visage Voilé Familie

FormatUngefähre GrößeAuflagePatinaAnmerkungen
Visage Voilé (Standard)~18×12×12 cm100–250Vergoldete BronzeAuf dunklem Marmorsockel
Visage Envoilé~18–20 cm100–250Silber-/GraupatinaEnger horizontaler Wickel
Tête Voilée~14–16 cm250Dunkelbraun/SchwarzBezeichnung franz. Markt
Testa Velata~14–18 cm100–200Gold/BraunBezeichnung ital. Markt
Großformat40–60 cm8–12VerschiedeneAtelier-Mitoraj-Zertifikat

Markt und Preisführer

Das Visage Voilé ist eine der am häufigsten gehandelten Kleinformat-Bronzen von Mitoraj. Die vergoldete Patina hebt es optisch von den häufigeren warmbraunen Editionen ab und erzielt in der Regel einen kleinen Aufpreis gegenüber ähnlich großen Werken in Standard-Braun- oder Graupatina. Sammler, die speziell die vergoldete Version suchen, zahlen für die optische Besonderheit; die Goldoberfläche ist fotogen und im Markt gut erkennbar.

Standardauflage-Preise bei Auktionen liegen für dokumentierte Exemplare in gutem Zustand bei ca. 1.500–4.500 €. Exemplare mit Originalverpackungsbox erzielen einen Aufpreis von 15–30 % — die Box gilt als Teil der Edition, nicht als bloße Verpackung. Artcurial-zertifizierte Exemplare aus den 1980er Jahren sind die begehrtesten, da sie starke Provenienz mit der frühesten Produktionsreihe verbinden. Für weiteren Kontext zur Auktionsgeschichte von Mitoraj bei diesem Haus, siehe Artcurial-Editionen.

Großformatige Exemplare im Bereich 40–60 cm sind seltener und haben bei Spezialauktionen 8.000–22.000 € erzielt, je nach Patinazustand und Zertifizierung. Privatverkäufe von motivierten Verkäufern finden häufig unterhalb dieser Auktionspreise statt, was die Asymmetrie zwischen dem Wissen des Verkäufers und dem widerspiegelt, was der offene Markt entdeckt.

Die Vergoldungstradition in der Bronze

Der Einsatz von Vergoldung in der Skulptur hat eine Geschichte, die von den antiken griechischen Chryselephantin-Statuen — kolossalen Kultbildern aus Elfenbein und Gold — über die vergoldeten Bronzen der Renaissance-Werkstätten reicht. In jeder Epoche diente das Auftragen von Gold auf eine skulpturale Oberfläche nicht als Dekoration, sondern als Bezeichnung: Das Objekt wurde in eine besondere Kategorie gestellt, über das bloß Materielle erhoben. Renaissance-Gießereien vergoldeten Reliquiare, Altarstücke und Porträtbüsten von Herrschern; die Goldoberfläche kodierte Heiligkeit, Macht oder außerordentlichen Wert.

Mitorajs Wahl der vergoldeten Patina für das Visage Voilé stellt es fest in diese Tradition erhöhter Objekte. Der Kontrast zwischen der vergoldeten Bronzeoberfläche und dem dunklen Marmorsockel erzeugt genau den Reliquiareffekt, den das Sujet verlangt: ein Kopf, der nicht als Porträt, sondern als Reliquie präsentiert wird, ein Objekt der Verehrung statt der Identifikation. Sammler, die vergoldete Mitoraj-Bronzen erwerben, werden oft gerade durch diesen materiellen Unterschied zu seinen üblicheren dunkelpatinierten Editionen angezogen — die vergoldeten Werke tragen ein anderes Intentionsregister, und dieser Unterschied ist für das Auge ohne Spezialkenntnisse lesbar.

Zustand und Pflege

Vergoldete Bronzen erfordern besondere Sorgfalt, um ihre Oberfläche zu erhalten. Vermeiden Sie es, das Werk über längere Zeiträume direktem Sonnenlicht auszusetzen: UV-Strahlung verblasst und stumpft die vergoldete Patina im Laufe der Zeit ab, und der Schaden ist ohne professionelle Neu-Patinierung praktisch irreversibel. Reinigen Sie die Oberfläche nicht mit Schleifmitteln — selbst weiche handelsübliche Metallpolituren streifen die Vergoldung ab. Stauben Sie mit einem sehr weichen, trockenen Tuch oder einer Bürste mit Naturborsten ab und arbeiten Sie dabei sanft über die Oberfläche. Für eine tiefere Reinigung konsultieren Sie vor dem Eingriff einen Bronzerestaurator. Beim Handling halten Sie das Werk am Marmorsockel und nicht am Bronzestift oder der Bronzeform selbst; der Stiftanschluss ist eine mechanische Verbindung, und wiederholte Belastung kann ihn lockern.

Für den Marmorsockel gilt: Stein kann durch Kontakt mit bestimmten Oberflächen Flecken bekommen — verwenden Sie immer eine Filzmatte oder ein Tuch darunter, um die Unterseite nicht zu beschädigen. Marmor ist porös und sollte fernab von feuchten Umgebungen aufbewahrt werden; anhaltende Luftfeuchtigkeit kann zur Ausblühung (weiße Mineralablagerungen) auf der Steinoberfläche führen. Bei längerer Lagerung wickeln Sie das Bronzeelement in säurefreies Seidenpapier statt in Plastik; Plastik kann Feuchtigkeit einschließen und zu Patinaveränderungen führen. Lagern Sie aufrecht in einem stabilen, trockenen, dunklen Ort. Die Originalverpackungsbox ist, wenn vorhanden, der ideale Aufbewahrungsbehälter — sie wurde für diesen Zweck entworfen und schützt sowohl die Bronze als auch den Marmor gleichzeitig.

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Any other Mitoraj work also welcome — any subject, condition, or format.

Über Diese Sammlung

Diese Website dokumentiert die Suche eines Privatsammlers nach Werken von Igor Mitoraj (1944–2014) — dem polnisch-französischen Bildhauer, der für seine gebrochenen klassischen Figuren in Bronze und Marmor bekannt ist. Mitoraj studierte in Krakau unter Tadeusz Kantor, bildete sich in Paris an der École nationale supérieure des beaux-arts weiter und eröffnete 1983 sein festes Atelier in Pietrasanta, Toskana. Seine Werke befinden sich in öffentlichen Sammlungen in ganz Europa und Amerika. Sein Auktionsrekord — 6,89 Millionen Euro für einen monumentalen Tindaro Screpolato bei Sotheby's Paris 2019 — stellt ihn unter die meistgesuchten europäischen Nachkriegsbildhauer.

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